Mehrfarbige
Blüte:
Das atemberaubende an Azaleen ist
ihre Blüte. Reinweiß, rosa, purpur
oder lachsfarben. Die Vielfalt ist grandios. Besonders eindrucksvoll
sind
Azaleen mit zwei Blütenfarben. Hier muss allerdings beim Schnitt
auf die
Selektion der Blüten geachten werden. Es ist zu beachten, dass die
weißen
Blüten rezessiv sind. Lässt man die roten Blüten die
Überhand gewinnen, werden
die weißen und zweifarbigen Blüten verdrängt. Ist ein
Ast erst einmal komplett
rot, werden hier keine weißen Blüten mehr gebildet. Am
Besten entfernt man
vorwiegend rote Äste bereits während der Blüte solange
dies noch leicht zu
erkennen ist. Aber auch später kann der Profi noch erkennen
(rötlche Stengel,
rötliche Blätter) welche Triebe rote und welche Triebe
weiße Blüten
hervorbringen werden.
BESCHREIBUNG:
Es gibt
über 100 Arten von Azaleen.
Es gibt tausende von
Zuchtformen, die immergrün oder aber auch
laubabwerfend, frostempfindlich oder frostbeständig sein
können.
Auch die Blüten haben
unterschiedliche Formen, wie:
glockenförmig,
röhrenförmig, trichterförmig, trompetenförmig,
doppelkronig, schalenförmig, sowie Kreuzungen aus diesen.
BESTIMMUNGSHILFE:
Familie:
Heidekrautgewächse
(Ericaceae)
Gattung:
Rhododendron
Wuchs:
strauchartig
Blatt:
ganzrandig,
wechselständig, oft behaart.
Wurzel:
Feine Haarwurzeln
Blüten:
Trauben oder Doldentrauben
und meist endständig. Die 5 Kelchblätter
sind verwachsen.
Blütezeit:
Mai und Juni
Früchte:
Es werden
Kapselfrüchte gebildet.
Natürliches
Vorkommen:
Die meisten Rhododendren
sind in Asien etliche auch in Nordamerika
heimisch. In Europa kommen 8 Arten von, die in den Alpen anzutreffen
sind. In
Irland befinden sich ganze Wälder von verwilderten Rhododendren.
PFLEGE:
Standort:
Im Sommer im Freien hell,
sonnig bis halbschattig. Vor der Mittagssonne
und vor austrocknenden Winden vor allem während der Blüte
schützen. Während der
Blütezeit auch vor Regen schützen, da sonst die Blüte
schnell vorbei ist. Zu
langer, schattiger oder halbschattiger Standort hemmt die
Blütenbildung.
Überwinterung:
Vor Frost schützen.
(Es gibt nur wenige
winterharte Arten, die als Bonsai trotzdem
geschützt werden sollten).
Im hellen, gut
gelüfteten Treppenhaus, Wintergarten oder frostsicherem
Gewächshaus. Bei Gelbfärbung der alten Blätter, diese
abzupfen, da sonst
Schimmelgefahr besteht. Regelmäßig kontrollieren !!
Die meisten Azaleen
brauchen eine längere Kälteperiode unm langfristig
gesund zu bleiben. Es ist völlig normal, dass bei Kälte alle
Blätter abgeworfen
werden. Die Blütenknospen bleiben jedoch erhalten.
Giessen:
Im Frühjahr die
Wassergabe langsam steigern.
Während der
Wachstumsperiode mindestens 1 x am Tag giessen. Im Sommer,
vor allem wenn der Baum in der Sonne steht und während der
Blüte kann
mehrmaliges Giessen oder Tauchen erforderlich sein. Die Erde immer
feucht
halten, die feinen Faserwurzeln trocknen sonst sehr leicht aus.
Nach der Blüte
weniger giessen und ab September etwas mit dem Wasser
geizen, aber niemals austrocknen lassen.
Nach dem Einwintern nur
noch mäßig feucht halten. Aber ein Austrocknen
vermeiden.
Azaleen, wenn man die
Möglichkeit hat, mit kalkfreiem Wasser giessen.
Optimal ist sauberes Regenwasser. Verwendung von mittelhartem
Leitungswasser
hat schon nach kurzer Zeit negative Einflüsse auf die Gesundheit
der Azalee
(zB. 13 ° dH). Folge sind Gelbfärbung der Blätter und
schlechter Wuchs.
Beste Erfahrung habe ich
mit Brita-Wasserfilter gemacht.
Düngen:
Erst nach der Blüte
beginnt man mit dem Düngen. Langzeit-Dünger für
Rhododendren verwenden. Biogold ist sehr zu empfehlen. Bei Bedarf
Rhodovital
zur Stärkung verwenden. Rhodovital senkt außderdem den
pH-Wert um einen Zähler
ab. Nach dem Umtopfen ist Top Dressing GK365 oder Wuxal sehr hilfreich.
Auch
Gießen mit einer Superthrive-Lösung hilft dem Baum über
die Belastung.
Schneiden:
Der Rückschnitt
erfolgt nach der Blüte. Die Blüten müssen nach dem
Abblühen entfernt werden, um den Baum nicht zu schwächen.
Rechtzeitig vor dem
Rückschnitt sollte noch kräftig gedüngt werden.
Azaleen sind sehr
schnittverträglich und können bis ins alte Holz
zurückgeschnitten werden. Neue Triebe kommen an allen
möglichen und unmöglichen
Stellen. Allerdings sollte man nicht zusammen mit einem großen
Wurzelschnitt
einen radikalen Rückschnitt durchführen. Weiterhin sollte
immer auf vorhandene
Blätter zurückgeschnitten werden, da Azaleen dazu neigen den
Saft zurückzuziehen
und nicht mehr benötigte Äste aufzugeben. Entgegen anderen
Bäumen ist bei
Azaleen die Spitze zu fördern und die unteren Bereiche sind im
Wuchs zu
bremsen. Haben sich die neuen Triebe gebildet, kann man die Spitze
langsam
zurücknehmen.
Triebe zwischen den Nodien
müssen bis auf die benötigten Triebe ständig
entfernt oder auf die entsprechende Länge eingekürzt werden.
Da Azaleen zu den
Sträuchern gehören treiben sie ständig am Wurzelansatz
neu aus. Diese Triebe
sind ebenfalls zu entfernen.
Wiederholtes
Zurückschneiden ist bis Ende Juli möglich. Ab August nicht
mehr schneiden, da nun die Blütenansätze für das
nächste Jahr gebildet werden.
An neu aufgebauten
Ästen kann nach etwa 2 Jahren wieder mit einer Blüte
gerechnet werden.
Drahten:
Drahten sehr vorsichtig
und nur im krautigen Zustand. Verholzte Äste
brechen sehr leicht.
Umtopfen:
Am Besten wird im
Frühjahr vor der Blüte umgetopft.
(möglich ist
natürlich auch nach der Blüte, jedoch darauf achten, dass
viele Azaleen - so auch die Satsuki-Azalee - erst im Sommer blühen
und dann ein
Umtopfen wegen der evtl. großen Hitze ungünstiger sein kann
als im Frühjahr).
Beim Umtopfen vor der
Blüte muss jedoch darauf geachtet werden, dass
Frost vermieden wird.
Feine Haarwurzeln nur
wenig zurückschneiden.
Umgetopft wird alle 3-5
Jahre. Das ist völlig ausreichend, da es etwa 2
Jahre dauert, bis die Wurzeln das Kanuma fest im Griff haben und
Azaleen gegen
Druck wachsen sollen um die Blühwilligkeit zu erhöhen.
Rhododendren aus
Gartencenter, die im Container stehen sollten nicht
sofort komplett von ihrer Erde befreit werden. Lieber jedes Jahr immer
etwas
mehr wegnehmen.
Erde:
Azaleen sind
Moorbeetpflanzen und benötigen saure Erde. Optimal ist ein
pH-Wert von 4,5 - 5,0. Es wird jedoch auch ein Wert von 3,5 - 6,5
akzeptiert.
Als hervorragend hat sich
das jap. Kanuma herausgestellt, dessen
pH-Wert bei 6,2 liegt. Dieses kann auch gut mit Flusssand gemischt
werden.
Es kann auch Akadama oder
Lava mit Flusssand und Weißtorf gemischt
werden. (1:1:2) . Wichtig ist, dass das Substrat niemals austrocknet
und
trotzdem sehr durchlässig ist.
Als Deckerde kann humose
Erde gemischt mit Akadama (beides fein
gesiebt) verwendet werden. Dies bildet eine schnell vernetzende
Oberfläche und
das optisch unbefriedigende Kanuma ist abgedeckt.
Gewöhnliche
Rhododendron-Erde ist für Bonsai nicht geeignet.
Rhododendren leben in
einer Symbiose mit einer Mykorhizza
(Pilzgeflecht). Diese Mykorrhizza sollte immer im Substat vorhanden
bleiben um
die Gesundheit der Pflanze zu erhalten.
KRANKHEITEN:
Echter
Mehltau
Knospensterben
Hallimasch
Alpenrosenrost
blättrige Gallen,
Ovulina-Blütenfäule
Bleiglanz
Phytophthora-Wurzelfäule
Kalkchlorose bei nicht
ausreichend saurem Boden. Rechtzeitiges
eingreifen mit chemischen Mitteln ist hier erforderlich.
SCHÄDLINGE:
Blattläuse
Trips
weiße Fliege
Miniermotte
gefurchter
Dickmaulrüssler
Azaleen-Mottenschildlaus
Rhododendronzikaden
Rhododendronwanzen
Raupen
ARTEN:
Die
Wichtigsten für
die Bonsaigestaltung sind:
SATSUKI - AZALEEN
Japanische Azalee, die
unter Verwendung von R. indicum und R. simsii
speziell für Bonsai gezüchtet wurden.
KURUME - AZALEEN
Japanische Zwerg-Azalee
die aus Kreuzungen von R. kaempferi, R.
kiusianum und R. obtusum entstanden ist.
KYUSHU - AZALEEN
Sehr frostharte jap.
Azaleen. Ergebnis eines komplexen Zuchtprogammes
unter Verwendung von
R. kiusianum. Diese
Azaleen überstehen Fröste bis -30°C.
INDICA - AZALEEN
Azaleen von meist
belgischen Züchtungen aus R. simsii, R. mucronatum,
R. indicum.
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